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Vegan für die Umwelt

von tamarajune
Bild von einem Baum in einer zerbrochenen Glaskugel

Das, was wir essen, wirkt sich nicht nur auf unsere Gesundheit und andere Lebewesen aus, sondern auch auf unseren Planeten. Einer der Gründe, der viele dazu bewegt auf eine vegane Ernährung umzustellen, ist, dass diese umwelt- und ressourcenschonender ist. Unter anderem werden (viel) weniger Treibhausgase produziert und die Regenwaldabholzung wird nicht unterstützt.

Um die Vorteile der veganen Ernährung in Bezug auf den Umweltschutz genauer zu verstehen, sehen wir uns in diesem Beitrag 11 Wege an, wie der Konsum von tierischen Lebensmitteln unsere Umwelt belastet. 

#1: Futtermittel aus Monokulturen

Das Tierfutter für die Massentierhaltung kommt aus intensiv bewirtschaftetem Ackerland, auf dem jedes Jahr dieselben Pflanzen angebaut werden. Um bei dieser Form der Landwirtschaft gute Erträge zu erzielen ist die Verwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Mineralstoffdüngern erforderlich. Das führt zu Ablagerungen von Nitrat, Phosphat und Pestiziden im Boden und Grundwasser.

Als Folge wird der Erdboden übersäuert und überversorgt mit Nährstoffen. Dadurch nimmt die Artenvielfalt der wild lebenden Pflanzen und Tiere ab und es kann zu Waldschäden kommen. Zusätzlich wird die Entstehung von Algenblüte in Seen gefördert, was das Leben dort kaum oder gar nicht mehr möglich macht. Auch können Nitrat und Phosphat ins Grundwasser gelangen und so vom Menschen als Trinkwasser konsumiert werden. Das kann gesundheitsschädigend sein, z. B. wenn Nitrat im Körper zu Nitrit umgewandelt wird. 

#2: Sojabohnen aus Gentechnik

In den EU-Ländern kann nicht genug Futtermittel angebaut werden, um den hohen Bedarf der intensiven Tierhaltung zu decken. Daher importieren Tierfabriken jährlich 35 Millionen Tonnen Sojabohnen für Tiernahrung. Diese sind häufig gentechnisch verändert. Momentan gibt es noch keine unabhängigen und verlässlichen Studien über die Auswirkungen von Gentechnologie. Jedoch wird angenommen, dass diese potenziell schädlich für die Umwelt und Gesundheit sein kann. Außerdem entstehen dadurch resistente Schädlinge und es kommt zu einem Verlust der Biodiversität. Des Weiteren verbreiten sich genmanipulierte Pflanzen unkontrolliert.

Bei diesem Thema ist außerdem wichtig anzumerken, das der Import und die Verwendung von gentechnisch verändertem Soja nur Futtermittel betrifft und  nicht die Sojabohnen für den direkten Verzehr vom Menschen. 

#3: Gülle und Mist 

Allein aufgrund der großen Menge belasten diese Nebenprodukte unseren Planeten stark. Zudem ist problematisch, dass diese (zumindest zum Teil) als Dünger eingesetzt werden. Denn beim Abbau entstehen Nitrat und Phosphat, und zwar mehr als die Pflanzen benötigen. Dadurch kommt es dann zu Ablagerung dieser Stoffe im Boden und Grundwasser (siehe #1).

#4: Verwendung von Kupfer bei Schweinemast

Damit Schweine größer und fetter werden, wird ihrem Futtermittel Kupfer beigesetzt. Dieses hat negative Auswirkungen auf die Bodenbiologie und Bodenfruchtbarkeit.

#5: Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung

Antibiotika werden in der intensiven Tierhaltung unter anderem eingesetzt, da die Tiere auf so engem und schmutzigem Raum zusammenleben und sonst krank werden würden. Diese gelangen in die Umwelt, wodurch es immer mehr resistente pathogene Mikroorganismen gibt. Das führt in weiterer Folge dazu, dass Reserveantibiotika ihre Wirkung verlieren.

 #6: Treibhauswirksame Schadstoffemissionen

Die Haltung von Nutztieren verursacht mehr Treibhausgase als der gesamte Transportsektor (Auto, Schiffe, Flugzeuge, Lkws etc.). Die Nutztierhaltung erzeugt 18 % aller Schadstoffemissionen und der Verkehrssektor13 %. Eine der Hauptgründe dafür ist, dass Kühe sehr viel Methan produzieren (2/3 der Emissionen kommen von Rindfleisch und Milch).  Über einen Zeitraum von 20 Jahren gesehen, ist Methan 25 x – 100 x schädlicher als CO2 . Auch tragen Tiertransporte einen großen Teil zur Schadstoffemission bei, da die Zucht, Aufzucht, Mast und Schlachtung von Tieren an verschiedene Orten stattfindet.

Laut einer neuen Studie der Oxford Universität kann eine Person durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel ihren Carbon-Fußabdruck um 73 % verringern. 

#7: Überfischte Ozeane

Eine traurige Tatsache ist, dass 30 % der weltweiten Fischbestände überfischt und 60 % maximal ausgebeutet sind. Tragisch ist außerdem, dass beim Fischen nicht nur die Lebewesen, die vom Menschen konsumiert werden ihr Leben verlieren, sondern auch viele andere Wasserbewohner, die in die Netze geraten. Es wird geschätzt, dass pro 500 g Fisch der Zielart bis zu 2,5 kg Beifang aufgefasst wird, dieser getötet und entsorgt.

 Diese Überfischung inkl. Beifang führt dazu, dass die Artenvielfalt der Ozeane abnimmt, was das Ökosystem sehr stark belastet  u. a. da Meerestiere ein bestimmtes Umfeld und bestimmte Nährstoffe zum Überleben benötigen. Diese Faktoren können von anderen Meereslebewesen abhängig sein. Sind z. B. die Heringsbestände überfischt, leidet darunter auch der Dorsch, da dieser sich von Hering ernährt. Als Folge können Ozeane immer weniger Nahrungsmittel zur Verfügung stellen, die Wasserqualität nimmt ab und das Klima kann nicht mehr reguliert werden.

 #8: Erhöhter Energie- und Ressourcenverbrauch bei tierischen Lebensmitteln

Um tierische Nahrungsmittel zu produzieren, muss 35x mehr Energie hineingesteckt werden, als dann als Nahrungsenergie zur Verfügung steht. Bei Fischen aus Hochseefischerei sind es sogar 250x mehr. Dieser hohe Ressourcenverbrauch belastet unseren Planeten stark und ist langfristig gesehen nicht aufrechterhaltbar. Für den Anbau, Transport und die Verarbeitung von Obst muss, zum Vergleich, nur 2x so viel Energie hineingesteckt werden. 

Im Allgemeinen ist eine vegane Ernährung viel energie- und ressourcenschonender. Jedoch gibt es eine einzige Ausnahme: Gemüse aus dem Gewächshaus. Hierbei wird bis zu 575x mehr Energie benötigt. Aus diesem Grund sollten wir versuchen keine Lebensmittel aus Gewächshäusern zu kaufen z. B. in dem wir auf saisonale Produkte zurückgreifen.

#9: Erhöhter Wasserverbrauch

Die Produktion von tierischen Nahrungsmitteln benötigt sehr viel Wasser. Die Fleisch- und Milchproduktion allein bedarf 1/3 der Frischwasserressourcen. Eine bekannte Veranschaulichung ist, dass für einen Burger gleich viel Wasser nötig ist, wie ein Mensch für 2 Monate duschen braucht.

Wasserverbrauch tierische vs. pflanzliche Lebensmittel: 

Die Produktion von 1 kg Rindfleisch benötigt 15400 L Wasser, 1 kg Schweinefleisch 6000 L. Im Vergleich fallen für Sojabohnen ca. 2200 L und für Kartoffeln 290 L an.

Indem wir tierische Lebensmittel durch pflanzliche ersetzen können wir viel Wasser sparen werden und so diese wertvolle Ressource schonen.

#10: Regenwaldabholzung

Jede Sekunde werden 1–2 Acre Regenwald vernichtet.

Regenwälder zeichnen sich durch ihre Biodiversität sowie einzigartige Pflanzen und Lebewesen aus. Zusätzlich spielen sie eine tragende Rolle im Klimaschutz, indem sie helfen  Treibhausgase zu reduzieren und die Erderwärmung sowie den Klimawandeln verlangsamen können.

 91 % der Regenwaldabholzung passiert, um Platz für die Massentierhaltung zu schaffen. 

#11: Veredelungsverluste

Veredelungsverluste sind Energieverluste, die auftreten wenn „minderwertige“ pflanzliche Lebensmittel zu tierischen Produkten verarbeitet werden. Dadurch ist ein größerer  Einsatz von Ressourcen notwendig. Menschen können Getreide beispielsweise direkt verzehren. Wird es jedoch als Futtermittel eingesetzt und der Mensch nutzt die Tiere als Nahrungsquelle, dann entstehen Veredelungsverluste. Zum Beispiel werden  pro kg Rindfleisch 7 kg Getreide als Tierfutter benötigt . Mit einem kg Rindfleisch kann ein Haushalt (je nach Größe und Gericht) 1–2 Mahlzeiten kochen. Mit 7 kg Getreide könnte die Familie jedoch zahlreiche Speisen zubereiten.

Es könnten also viel mehr Menschen ernährt werden, wenn wir das Getreide, das wir anbauen, direkt verzehren statt es als Futtermittel zu verwenden. 

Zusätzlich wäre auch weniger Ackerfläche notwendig da pro Feld mehr Menschen ernährt werden könnten. Mit eineinhalb Acre Fläche können beispielsweise rund 170 kg Fleisch produziert werden. Wenn wir die gleiche Ackerfläche verwenden würden, um  Pflanzen für den direkten Verzehr anzubauen, würde die Ernte fast 17 000 kg betragen.

Was ist mit nachhaltiger Tierhaltung?

Um dieses Thema ausführlich zu diskutieren, bedarf es einen eigenen Beitrag. Doch kurz gesagt ist nachhaltige Tierhaltung eher ein Mythos. Zum Beispiel fallen trotzdem belastend hohe Mengen an Mist und Gülle an. Außerdem braucht nachhaltige Tierhaltung mehr Platz, wodurch noch mehr Regenwald abgeholzt werden müsste. Zusätzlich ist momentan der Fleischkonsum weltweit so hoch, dass es nicht möglich wäre mit nachhaltiger Tierhaltung den Bedarf zu decken.

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