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Vegan für die Tiere

von tamarajune
Bild von zwei Schweinen, die auf Stroh kuscheln

Ethische Gründe sind die häufigste Motivation, um vegan zu werden. Das Bewusstsein über das Leiden der Tiere wächst, dadurch steigt auch das Mitgefühl und viele entschließen sich das Quälen und den Missbrauch von Tieren nicht mehr unterstützen zu wollen.

In diesem Beitrag sehen wir uns das Schicksal der Tiere in der intensiven Tierhaltung genauer an, um so besser verstehen zu können, wieso viele dazu bewegt werden auf eine vegane Ernährung umzustellen. 

Zwar werden diese Argumente meist in Verbindung mit Massentierhaltung gebracht, jedoch treffen einige auch auf tierische Produkte aus kleineren Bauernhöfen zu. Außerdem ist zu bedenken, dass die meisten tierischen Lebensmitteln, die konsumiert werden aus Tierfabriken stammen.

Die Lebensumstände der Tiere 

Die Bedingungen unter welchen die Tiere leben müssen stellen nicht nur eine körperliche, sondern auch eine emotionale Belastung dar. Tiere werden wie Maschinen behandelt und bekommen ausschließlich das, was sie unbedingt zum Überleben benötigen und nicht mehr. Sehen wir uns ein paar Beispiele an.

Die Käfige und Ställe, in denen die Tiere gehalten werden, sind extrem klein und überfüllt. Hennen beispielsweise leben so eng beieinander, dass sie sich weder bewegen, noch ihre Flügel ausbreiten können. 

Die Tiere werden oft ohne Schmerzmittel oder Anästhesie verstümmelt. Das wird häufig gemacht, damit sich die Tiere unter diesen Lebensumständen nicht gegenseitig verletzten. Die Schnäbel von Kücken werden gekürzt wenn sie einen Tag alt sind, was sehr schmerzhaft ist und worunter die Tiere ihr Leben lang leiden. Ferkeln wird der Schwanz abgeschnitten und die Zähne werden gekürzt. Schweine werden kastriert, Kühe enthornt und beide werden gebrandet. 

Weiters sind die Konditionen in der intensiven Tierhaltung sehr unhygienisch. Die Tiere müssen in Mitte von Urin, Kot und Erbrochenem leben. Damit die Tiere unter diesen Bedingungen nicht ständig erkranken, bekommen sie Antibiotika. 

Zusätzlich erhalten die Tiere keine artgerechte Nahrung. Statt beispielsweise Gras und Stroh werden sie mit Mais, Soja und Weizen ernährt. Außerdem bekommen sie Hormone, um größer und fetter zu werden als normal und das schneller. 

Zudem müssen Tiere meist auf einem Betonboden leben ohne Stroh. 

Das Leben der Tiere in der Milchindustrie

Kühe, Ziegen, Schafe etc. sind Säugetiere, die, wie der Mensch, Milch produzieren, um ihre Nachkommen zu ernähren. Die traurige Realität ist jedoch, dass diese kaum etwas von der Milch abbekommen. Zum Beispiel, ernähren sich Kälber 9–12 Monate von der Muttermilch, in der Tierindustrie bekommen sie in der Regel nur 48 Stunden lang Milch. Danach werden Mutter und Kind getrennt, was beide extrem emotional belastet. Häufig rufen sie tagelang nacheinander. 

Damit Kühe/Ziegen/Schafe immerfort Milch erzeugen, werden sie künstlich befruchtet und tragen die Schwangerschaft aus. Das ist für die Tiere körperlich sehr beanspruchend, da sie immer wieder (und viel häufiger als im normalen Lebenszyklus) Schwangerschaften durchzumachen. Kühe, zum Beispiel, können bis zu 20 Jahre leben, doch Milchkühe, werden meist im Alter von 5 Jahren geschlachtet, da ihr Körper bereits so ausgelaugt ist und zu wenig Milch produziert. Weiters bekommen die Tiere Hormone und Antibiotika verabreicht, um mehr Milch zu erzeugen.

Das Schicksal der Jungen der Milchtiere

Was mit den Jungtieren nach der Geburt geschieht, hängt vom Geschlecht ab. Die weiblichen werden, sobald sie groß genug sind um zu schwanger werden, gleich wieder in der Milchindustrie eingesetzt und erleben so das gleiche Schicksal wie ihre Mutter. Männliche werden z. B. in Kalb- bzw. Lammfabriken gesteckt. Dort werden die Jungen in einem kleinen Stall mit sehr wenig Bewegungsraum und unterernährt gehalten. Dadurch wird das Fleisch extra zart. Im Alter von ca. 8 Monaten (Kalb) bzw. 6–7 Monaten (Lamm) werden die Tiere dann geschlachtet. Des Öfteren werden die männlichen auch gleich nach der Geburt erschossen, da sie nicht die richtige Rasse sind, um in der Fleischindustrie eingesetzt zu werden. 

Das Leben der Hennen in der Eierindustrie

Hennen legen von Natur aus Eier, daher wird oft geglaubt, dass der Konsum den Tieren nicht schadet. Leider ist das nicht korrekt. Im normalen Lebenszyklus legen Hennen 10–30 Eier pro Jahr. In der intensiven Tierhaltung müssen sie 250–300 Eier jährlich zu legen. Wie schmerzhaft und körperlich beanspruchend das sein muss, können wir uns nur vorstellen. Das zeigt sich auch in der sehr kurzen Lebensdauer von zwei Jahre statt der normalen von 8 bis 15 Jahren. 

Zusätzlich werden, um immer wieder neue Hennen zu bekommen, befruchtete Eier ausgebrütet. Weibliche Küken werden dann zu Legehennen. Die Männlichen werden im Alter von ca. einem Tag grausam umgebracht (erstickt, lebendig zermahlen, geköpft) da sie der Eierindustrie keinen Nutzen bringen. 

Grausame Schlachtung in Schlachthaus

Tiere haben so wie wir Gefühle. Sie können glücklich, frustriert und traurig sein. Sie spüren Angst, Schmerzen und Vergnügen. Wie wir Menschen möchten sie leben. Es gibt keinen ethischen Weg das Leben von jemandem zu beenden, der leben möchte.

Vor der Schlachtung erfahren die Tiere meist großen Schmerz und massive Angst. Auch erfolgt die Tötung meist nicht schnell. Häufig sind die Tiere noch bei bewusst sein, wenn ihnen die Schlagadern aufgeschnitten werden und sie qualvoll verbluten. Immer öfter werden die Tiere durch eine CO2-Vergiftung umgebracht, wobei die Tiere Atemnot verspüren, Hyperventilieren und nach Luft schnappen.

Auch die Wege zum Schlachthaus sind in vielen Fällen traumatisierend. Tiere müssen lange ohne Nahrung und Wasser auskommen und erfahren großes Hitzeleiden im Sommer.

Beifang beim Fischen

Fische benötigen Wasser, um zu überleben. Sobald sie im Netz gefangen an Land gezogen werden sterben sie einen qualvollen Erstickungstod, welcher einige Minuten dauern kann. Viele Sterben bereits im Fangnetz, da so viele Fische gefangen sind, dass die unteren durch das Gewicht der oberen zerquetscht werden. Auch sterben einige durch den schnellen Druckwechsel beim an Land ziehen. 

Weiters gelangen beim Fischen nicht nur Fisch der Zielart in die Netze, sondern auch andere Meerestiere (Delfine, Wale, Schildkröten etc.), welche ebenfalls ihr Leben verlieren. 

Außerdem sind die Meere massiv überfischt, was nicht nur umweltliche Konsequenzen hat, sondern auch zu leiden anderer Tiere führt. Seevögel verhungern, beispielsweise, weil es nicht genug Fische gibt. 

Auch bei Meerestieren gibt es intensive Zuchten, wo die Bedingungen genauso schrecklich sind wie bei der Massentierhaltung an Land. ⅓ der Fische sterben allein aufgrund der Lebensumstände. Zudem können einzelne Fische entkommen und Krankheiten auf wild lebende Fische übertragen. 

Die Fruchtbarkeit von Shrimp und Garnelen in Gefangenschaft ist sehr gering, daher werden sie oft erblindet, um diese zu erhöhen. Außerdem werden Robben erschossen, damit sie nicht so viele Fische essen. 

Die Wörter „Freilandhaltung“‘und „käfigfrei“ haben wenig Bedeutung

Es kommt zwar immer auf das jeweilige Land und dessen Regulationen an, doch bedeutet Freilandhaltung meistens nur, dass die Tiere Zugang nach draußen haben müssen, aber es ist nicht definiert, wie viel das sein muss. Das kann dann zur Folge haben, dass z. B. ein paar Tausend Hennen bloß ein paar Quadratmeter freies Land haben.

Käfigfrei bedeutet meistens leider nur, dass die Tiere statt zusammengepfercht in einem Käfig, zusammengepfercht in einem großen Raum leben. Käfigfrei heißt bedauerlicherweise nicht, dass die Tiere mehr Platz haben, um sich zu bewegen.

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