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Diese Blutwerte sollten Veganer regelmäßig überprüfen lassen

von tamarajune
Bild von Laborröhrchen für eine Blutabnahme

Blutwerte können sehr viel über die Gesundheit aussagen. Auch kann mit einer Blutabnahme die Versorgung mit Nährstoffen überprüft werden. Um sicherzustellen, dass du gut mit denen versorgt bist, die in der veganen Ernährung als kritisch angesehen werden, solltest du 1-2x jährlich eine Blutkontrolle durchführen lassen. Dabei sollten Standardwerte sowie Parameter, die besonders für Veganer wichtig sind bestimmt werden. 

Standardwerte, die du überprüfen lassen solltest sind:

  • Basisblutbild
  • Differenzialblutbild 
  • Nieren- und Leberfunktionsparameter
  • Lipidprofil/Blutfettwerte 
  • Blutzucker (auch HbA1c)
  • Elektrolyte
  • CRP 
  • TSH 

Welche zusätzlichen Werte Veganer überprüfen lassen sollten sehen wir uns in diesem Beitrag genauer an. 

Anmerkung:

Wenn du zur Blutuntersuchung gehst, solltest du 12h zuvor nichts essen oder trinken. Außerdem fallen für die Bestimmung mancher dieser Werte zusätzliche Kosten an. Lass dich davon bitten nicht abschrecken 😨, denn es ist wirklich wichtig, dass diese Parameter überprüft werden. Im Falle einer Unterversorgung kann es nämlich zu negativen (evtl. auch unumkehrbaren) gesundheitlichen Folgen kommen. 

1. Vitamin B12

Vitamin B12 ist ein besonders kritischer Nährstoff, da das Vitamin in fast gar nicht in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt. Für Veganer ist es daher notwendig Vitamin B12 zu supplementieren. Um die ausreichende Aufnahme des Vitamins über Nahrungsergänzungsmittel zu überprüfen, genügt eine Blutkontrolle alle zwei Jahre. (Vitamin B12 stellt somit eine Ausnahme dar und muss nicht 1-2x jährlich getestet werden, da das Vitamin über Jahre gespeichert wird.)

Die Bestimmung von Vitamin B12 ist notwendig da ein Mangel zu irreversiblen neurologischen Schäden und zur Störung der Blutbildung führen kann. Außerdem kann bei einem B12 Mangel die Aminosäure Homocystein nicht abgebaut werden, was Atherosklerose und Herzkreislauferkrankungen fördern kann.

Wenn du zur Blutabnahme gehst, solltest du Holotranscobalamin oder Methylmalonat bestimmen lassen. Holotranscobalamin ist der früheste Parameter für eine B12 Unterversorgung, somit kann ein Mangel behandelt werden, bevor es zu Folgeschäden kommt. 

Methylmalonat zeigt, wie gut es langfristig um die B12-Versorgung steht. 

Die Überprüfung der B12-Konzentration im Serum ist nicht ausreichend, denn bis dadurch ein Mangel festgestellt wird, kann es schon zu (unumkehrbaren) Schäden gekommen sein. 

Auch der Homocystein Wert ist subideal, da dieser durch den Folat- und Vitamin B6-Status beeinflusst werden kann.

Weitere Information über Vitamin B12 findest du hier.

2. Vitamin D

Vitamin D kommt in pflanzlichen Lebensmitteln ebenfalls kaum vor. Das Besondere an diesem Vitamin ist, dass der Körper es in den Sommermonaten unter bestimmten Umständen selbst produzieren kann. In den Wintermonaten oder wenn du allgemein wenig Zeit im Freien verbringst, ist es notwendig, dass du regelmäßig ein Vitamin D Supplement einnimmst. 

Du solltest die Vitamin-D Versorgung überprüfen lassen, da eine Unterversorgung das Risiko für Knochenbrüche und Osteoporose erhöhen kann. Weiters kann es bei einem Mangel zu Muskelerkrankungen und erhöhter Infektanfälligkeit sowie zur Störung des Nervensystems und der Blutgerinnung kommen. 

Der zuverlässigste Wert bei der Blutkontrolle ist 25-Cholecalciferol im Serum.

Es gibt auch die Möglichkeit das aktive Vitamin D3 im Blut zu messen. Jedoch besitzt dieser Parameter wenig Aussagekraft, denn er wird vom Körper streng reguliert und bleibt somit relativ gleich auch bei einer Unterversorgung.

Weitere Information über Vitamin D findest du hier.

3. Eisen

Von einem Eisenmangel sind allgemein viele Menschen betroffen, besonders Frauen. Der Bedarf kann über eine vegane Ernährung gedeckt werden. Jedoch ist die Aufnahme von Eisen über pflanzliche Lebensmittel verringert.*

Da eine Unterversorgung zu einer Anämie führen kann, was zur Folge hat, dass nicht genug Sauerstoff zu den Zellen transportiert werden kann. Bei einem schlimmen Mangel kann es zu Herzrhythmusstörungen oder sogar Herzversagen kommen.

Deswegen ist es wichtig, dass du die Eigenversorgung überprüfen lässt. 

Bei einem Bluttest gibt es verschiedene Möglichkeiten den Eisenstatus zu überprüfen, doch nicht alle sind gleich gut geeignet.

Der zuverlässigste Wert ist die Bestimmung von Ferritin/Serumferritin. Hier handelt es sich um den Eisenspeicher, welcher Auskunft darüber gibt, wie gut deine Eisenversorgung über einen längeren Zeitraum ist. 

Nicht so gut geeignete Parameter sind das Serumeisen, die Erythrozytenzahl sowie der Hämoglobingehalt und Hämatokritwert. 

Das Serumeisen gibt Auskunft über den aktuellen Eisengehalt im Blut. Da es sich hier um eine Momentaufnahme handelt, besitzt dieser Wert eine geringe Aussagekraft.

Der Hämoglobingehalt, Hämatokritwert und die Erythrozytenzahl können eine Eisenmangelanämie nachweisen aber nicht einen leeren Eisenspeicher und sind daher auch nicht der ideale Wert.

*Indem du bestimmte Zubereitungsmethoden anwendest, kannst du die Eisenaufnahme steigern und so das Risiko vor einen Mangel verringern. 

Weitere Information über Eisen findest du hier.

4. Omega-3 inkl. DHA und EPA 

Omega-3 ist ein Sammelbegriff für bestimmte ungesättigte Fettsäuren. Die wichtigsten davon sind alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). 

Über vegane Nahrung wird fast ausschließlich ALA zugeführt. Aus dieser bildet der Körper dann EPA und DHA. Diese Umwandlung ist jedoch eingeschränkt. Deswegen sprechen sich viele Ärzte, die sich auf eine vegane Lebensweise spezialisiert haben, für eine Supplementierung von DHA und EPA mittels Mikroalgenöl aus. 

Da eine Unterversorgung mit Omega-3 u. a. das Risiko für verschiedene chronische Krankheiten* erhöhen kann, solltest du deine Versorgung mit einem Bluttest überprüfen lassen. 

Dafür gibt es einerseits die Möglichkeit die Fettsäureverteilung im Serum bestimmen zu lassen. Jedoch kann es bei dieser Methode zu ernährungsbedingten Schwankungen kommen.

Besser geeignet wäre die Bestimmung des Omega-3 Indexes. Dieser wird jedoch nicht von allen Ärzten/Laboren durchgeführt. Daher gibt hier auch die Möglichkeit eines Selbsttests, welcher um die 70 € kostet. Am besten sprichst du vor der Durchführung des Selbsttests mit deinem Arzt.  

*Dazu zählen: Herzkreislauferkrankungen sowie entzündliche, rheumatische und neurologische Erkrankungen (z. B. Alzheimer, Depression, ADHS, Schizophrenie).

Weitere Information über Omega-3 findest du hier.

5. Zink

Das Spurenelement ist reichlich in Pflanzen enthalten und wird normalerweise ausreichend über die vegane Ernährung zugeführt. Jedoch ist die Zinkaufnahme über pflanzlichen Lebensmitteln verringert. Aus diesem Grund solltest du einerseits aufnahmefördernde Maßnahmen umsetzen und andererseits den Zinkwert bei der Blutuntersuchung mit untersuchen lassen.

Bestimmt wird bei der Blutuntersuchung die Zinkkonzentration im Serum, allerdings ist die Aussagekraft von diesem Wert eingeschränkt. Folglich wird bei Verdacht auf einen Mangel zusätzlich die Ernährung analysiert. 

Weitere Information über Zink findest du hier.

6. Selen 

Ob pflanzliche Lebensmittel als Selenquelle dienen hängt davon ab, wie selenhaltig der Boden, auf dem sie gewachsen sind, ist. In Ländern, wo die Böden selenarm sind (was in Europa der Fall ist) haben Veganer ein erhöhtes Risiko für eine Unterversorgung. 

Am einfachsten deckst du den Bedarf indem du 2 bis 3 Paranüsse täglich konsumierst. Doch auch hier kann es zu Schwankungen des Selengehalts kommen.

Da eine Unterversorgung eine Vergrößerung der roten Blutzellen sowie Störung der Muskelfunktion, Spermienbildung sowie des Immunsystems zur Folge haben kann, solltest du bei der Blutabnahme den Selenwert untersuchen lassen. 

Um zu untersuchen, wie gut es langfristig um deine Selenversorgung steht, empfiehlt es sich den Selengehalt im Vollblut überprüfen zu lassen.

Weitere Möglichkeiten sind die Testung von Glutathionperoxidase oder Selenoprotein P im Plasma. Beides sind selenabhängige Enzyme, die bei einem Selenmangel erniedrigt sind. 

Die Bestimmung des Selengehaltes im Serum oder Plasma ist suboptimal, da dieser Wert von Faktoren wie Rauchen, Alkohol, Alter und Erkrankungen beeinflusst werden kann. 

Weitere Information über Selen findest du hier.

7. Folsäure

Veganer führen in der Regel ausreichend Folsäure zu und können den Bedarf sehr gut decken. Da Folsäure im Falle einer Schwangerschaft jedoch extrem wichtig für die Entwicklung des Kindes ist, wird vor allem für Frauen im gebärfähigen Alter eine regelmäßige Überprüfung empfohlen. 

Der geeignetste Wert ist die Bestimmung der erythrozytären Folsäure, da dieser Auskunft über die langfristige Versorgung gibt. 

Auch die Bestimmung des Folsäurewerts im Plasma oder Serum bietet sich an, dieser unterliegt aber ernährungsbedingten Schwankungen. 

8. Jod 

Da pflanzliche Lebensmittel kaum Jod enthalten haben Veganer ein erhöhtes Risiko für einen Mangel, vor allem wenn sie wenig jodiertes Speisesalz oder kaum Algen konsumieren. Deswegen wird Veganer oft die Supplementierung mit Nori-Flocken angeraten.

Ein Jodmangel kann zur Vergrößerung der Schilddrüse sowie Verminderung der Schilddrüsenhormone führen. Daher ist es wichtig, dass du die Versorgung überprüfen lässt. 

Jedoch kann das Blutbild hier nur Hinweise auf eine Unterversorgung geben. Besser geeignet wäre die Überprüfung mittels Urintest (24h-Sammelharn oder Spontanharn). 

Weitere Information über Jod findest du hier.

Zusammenfassung:

Grafik, die die 7 Blutwerte die veganer regelmäßiger überprüfen lassen sollten aufzeichnet

Bonus:

  • Jodgehalt im 24h-Sammelurin oder Spontanurin (Jod)

Gehst du regelmäßig zu einer Blutuntersuchung oder meidest du diese eher?

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